Rheinhessens "Badewanne" wird er genannt, oder "Rheinhessisches Meer". Auch wenn man vom Eicher See spricht, ist bekannt, um welches Gewässer es sich handelt. In Höhe von Rheinkilometer 466 ist auf rund 20 Metern das Rheinufer unterbrochen: Diese Lücke ist die Verbindung des fließenden Rheins mit dem Eicher See, der eine Ausdehnung von 1,9 km Länge und 500 m in der Breite hat. Die Fläche des Sees beträgt 58 Hektar.
Der Rhein ist durch eine Uferregion mit Auwald und Ackerland vom See getrennt. Er fließt also nicht durch den See, sondern an ihm vorbei. Hier befindet sich eines der größten Wochenendhausgebiete Deutschlands mit über 750 weitangelegten Häusern. Das Areal lädt die zahlreichen Besucher aus Nah und Fern zum Erholen und Entspannen ein. Wer Ruhe und Erholung sucht, ist hier genau an der richtigen Stelle. Die Rheinauenlandschaft entstand durch ehemalige Seitenarme des Rheins und bietet heute eine vielfältige und seltene
Flora und Fauna. Der Eicher See bietet nahezu alle Arten von Wassersportmöglichkeiten. Es finden dort regelmäßig Regatten statt, der See ist Heimathafen eines Segelclubs, unter dessen Mitgliedern sich Teilnehmer und Gewinner zahlreicher internationaler Regatten und Weltmeisterschaften finden lassen.

Die neue "Marina-Steganlage" ist 60 Meter lang und hat eine Breite von 62 Metern. Sie gilt damit als einmalig für das Gesamtgebiet Oberrhein. Die Stromversorgung wird über Anschlüsse am Anlegeplatz geregelt. Das Wasser im Eicher See verdient die Note "sehr gut". Einem Bericht zufolge soll es sogar in der Stufe Trinkwasserqualität eingestuft sein. Das Schwimmen ist
zwar erlaubt, aber ausbreiten kann man sich nicht, da sich der Uferbreich in Privatbesitz befindet.

Gerade der Eicher See bietet besonders eindrucksvolle Einblicke in den Naturhaushalt von fließenden und stehenden Gewässern. Ausgehend von dem Begriff "Landschaft" soll hier beispielhaft die Flusslandschaft am Oberrhein herausgehoben werden. An Hand dieser Region soll verdeutlicht werden, dass abiotische Faktoren wie Klima, Boden, Relief und biotische Faktoren wie Vegetation und Fauna, sowie anthropogene Kräfte durch Nutzung sich in gegenseitiger Abhängigkeit beeinflussen. Der Mensch wird nicht aus dem Natur- bzw. Kulturraum ausgeschlossen, sondern ist Teil desselben.
Sein Nutzungsanspruch an eine Landschaft sollte sich an den natürlichen Bedingungen orientieren. Hierzu bedarf es wichtiger geoökologischer sowie biologischer Einsichten über die dynamischen Prozesse. Der Fluss selbst als Lebensraum nimmt in dieser Betrachtung eine zentrale Stellung ein. (Wortlaut: Dipl.-Geograph Helmut G. Nikolai)